Homeward Bound – 3 Tage Wildnis

Liest man Reiseführer oder -prospekte zu Neuseeland fällt einem eines immer wieder ins Auge: egal wo man sich im Land befindet, eines gibt es immer zu tun: WANDERN. Es ist die einfachste, billigste und oftmals auch schönste Art Neuseelands wunderschöne Natur zu erkunden. Kein Wunder also, dass es in jedem kleinen Dorf unzählige Wanderwege von einer Stunde bis zu mehreren Tagen gibt. Ganz bekannt sind natürlich die Great Walks, die neun größten und bekanntesten Wanderwege an den schönsten Orten der Inseln (wobei das immer sehr schwer zu sagen ist). Und nachdem ich hier in Mapua ja ganz praktisch in der Nähe des Abel Tasman Tracks stationiert bin, ließ ich es mir nicht nehmen für ein paar Tage in den Nationalpark zu entschwinden. Schon von verschiedenen Seiten habe ich gehört, dass dies auch eine der schönsten Stellen zum Kajak fahren sein soll also schob ich zwischen meine beiden Tage auf dem Land auch noch einen Seetag. Drei Tage lang war ich insgesamt unterwegs und habe jede Minute genossen! Vom Start mit dem Wassertaxi, über die ersten Wanderstunden, Sonnenauf- und  Untergänge von meinem Zelt aus sowie meinen ersten Kajakversuchen mit einem unglaublich netten Guide, bis hin zu dem befriedigenden Gefühl am Ende, die drei Tage Wildnis ganz allein und erfolgreich hinter mich gebracht zu haben. Auf jeden Fall Wiederholungsbedarf!!!

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Fast so gut wie eine Fahrt nach Hogwarts…

Viele Worte braucht es in diesem Artikel nicht: die Bilder sprechen eigentlich für sich. Eines lässt sich jedoch sagen über meine Fahrt im TranzAlpine: weder der eisige Wind im Aussichtswagen noch das schlechte Wetter ab Arthur’s Pass haben diese Zugreise weniger schön gemacht. Wieder einmal sehe ich das Geld auf meinem Konto zwar schwinden, weiß aber auch, dass es wenige Dinge im Leben gibt, in die ich lieber investieren würde als Reisen und das Sammeln von unvergesslichen Momenten.

Waitako-Wwoofing-Waitomo

Meine ersten Wochen in Neuseeland liegen inzwischen scheinbar eine Ewigkeit zurück…Und doch könnte ich nie vergessen was ich alles erlebt habe!

Meine Woche Wwoofen war eine der schönsten Zeit meines Aufenthalts. Nicht nur war meine Gastmutter unglaublich nett, die Arbeit hat auch noch größtenteils Spaß gemacht und ich durfte sie mit einer unglaublichen Aussicht auf Berge und Täler verrichten. Die ersten Tage gingen los mit Unkraut jäten im Gemüsegarten (sehr lehrreich) und Äpfel pflücken, schneiden und einmachen (sehr monoton nach 4 Stunden). Ich bekam eine Tour über ihr gesamtes Gelände, triebt Kühe und Schafe zusammen, half beim Medizin verabreichen und trennte die verkauften Tiere vom Rest. Echtes Farm-Life also!

Das Beste: Die Tochter meiner Gastfamilie besitzt einen unglaublich süßen Wallach namens Zeus, der aber, da diese momentan in Sydney studiert, nicht genügend Auslauf bekommt. Glück für mich, denn das heißt ich durfte die Aussicht nicht nur zu Fuß, sondern auch auf einem Pferderücken genießen!!!

Mitte der Woche fuhr mich Fiona sogar zu den Waitomo Caves, eine der vielen Glowworm Caves in Neuseeland. Keine Worte der Welt könnten die atemberaubende Schönheit beschreiben, die mich auf dem unterirdischen See erwartete! Ich schaukelte sanft in meinem Schlauchboot und starrte gebannt nach vorne in die große mit kleinen, leuchtenden Punkten übersäte Höhle. Von allen Seiten leuchtet es in unsere Richtung und sogar die kleinen Kinder, die zuvor ununterbrochen geredet hatten, sind auf einmal still und staunen.
Fotos durfte man leider nur im vorderen Teil der Höhle machen, aber selbst dort gab es schon ein paar Glüh-Larven zu bestaunen (es sind nämlich tatsächlich keine Glühwürmchen, sondern die Larven einer Insektenart die da im Dunklen von der Decke hängen und leuchten).
Aber denkt einfach an den schönsten und beeindruckendsten Sternenhimmel den Ihr je gesehen habt, gefangen in einer Tropfsteinhöhle und vervielfältigt durch die Spiegelung auf einem unterirdischen See…besser geht es fast nicht.

Rangitoto – das Nesthäkchen der Vulkane

Über 50 Vulkane gibt es im Gebiet von Auckland, kleine und große, alte und neue, erloschene und aktive. Manche sind frei zugänglich und daher für einen Backpacker natürlich eine ganz besondere Attraktion (wie zum Beispiel Mount Eden). Andere dagegen sind nicht so leicht zu erreichen – zum Beispiel weil sie auf einer der vielen Inseln vor Auckland liegen. Beziehungsweise eine eigene Insel sind, so wie Rangitoto, der vor 600 Jahren aus dem Ozean emporstieg und somit der jüngste Vulkan Aucklands ist. Circa 15-20 Minuten dauert die Fahrt mit der Fähre vom Auckland Ferry Harbour, bis man auf Rangitoto ankommt, wo außer einem Anlegesteg und Klohäuschen nichts zu finden ist. Verschiedenste (Um-)Wege führen entweder auf die Spitze zum Vulkankrater oder am Strand entlang.

Ich entscheide mich für den Weg zum Krater mit einem kurzen Abstecher zu ein paar „Höhlen“. Voller Tatendrang und unter einem strahlend blauen Himmel mache ich mich auf den Weg, vorbei an Aschefeldern und dichtem Gebüsch. Zwei Stunden später stapfe ich auf triefend vor Schweiß und schwer keuchend die letzten Meter nach oben und frage mich, ob der Krater diese Mühe überhaupt wert sein kann. Er ist es nicht (nur eine überwachsene Mulde im Berg) aber die Aussicht ist es!! Die Innenstadt Aucklands auf der einen, den Insel bestückten Hauraki Gulf auf der anderen Seite und eine wunderschön überwachsene Vulkaninsel nach unten:

Nach einem erfrischendem Mittagessen mache ich mich voller neuer Energie an den Abstieg – der dann auch so schnell geht, dass ich noch Zeit habe bevor die nächste Fähre kommt. Ich entschließe mich dazu die Küste der kleinen Insel etwas abzulaufen, wobei ich auf ein paar Möwen und Reiher treffe.
Nach ca 5 Stunden auf Rangitoto freue ich mich schön während der Rückfahrt auf eine kalte Dusche und frische Klamotten, bin mir aber trotzdem sicher, den Tag voll und ganz ausgenutzt zu haben.

Während ich am Fuße des Vulkans meine Füße ins kühle Wasser baumeln ließ, klingelte auf einmal mein Handy und meine unzähligen Bewerbungsemails, -telefonate und –SMS machten sich endlich bezahlt: Ich wurde gleich für den nächsten Tag auf eine Farm in der Nähe von Cambridge eingeladen. Für 4-5 Stunden Arbeit am Tag werde ich dort wohnen dürfen, Essen bekommen und einen kleinen Einblick in den Alltag einer Neuseeländischen Familie erhalten.

Vamos!

Kia ora – Welcome to New Zealand

Ja ich bin schon wieder weg, diesmal sogar noch weiter und noch länger als zuvor: Am 20. Februar bin ich aufgebrochen zu vier Monaten Work und Travel in Neuseeland, mit einem Zwischenstopp Down Under, um ein paar Freundinnen in Sydney zu besuchen.

Über Sydney hatte ich mir vorher ehrlich gesagt nicht allzu viele Gedanken gemacht, also genoss ich es einfach nur ein paar entspannte Tage mit Freunden zu verbringen. Ein bisschen umgesehen habe ich mich trotzdem, das Opera House & die Harbour Bridge durften natürlich nicht fehlen und auch eine kleine Wanderung entlang Sydneys Küste zum Bondai Beach haben wir noch geschafft. Ansonsten saßen wir in Parks oder im Hostel und erzählten was in den letzten Monaten so alles passiert war (so einiges!). Das wir uns dabei am anderen Ende der Welt befanden, rückte schnell in den Hintergrund – Zuhause ist halt immer dort, wo die Liebsten sind. 🙂

Während die anderen mir jedoch von ihren Erlebnissen als Backpacker erzählten, wuchs in mir das Verlangen endlich selbst aufzubrechen und ich konnte es kaum erwarten mich in mein nächstes Abenteuer zu stürzen.

Nach knapp drei Stunden Flug tauchte die Küste Neuseelands zwischen den Wolken auf – und sorgte dafür dass ich mich augenblicklich in das Land verliebte. Ich weiß nicht was es war, vielleicht die rauen Klippen neben idyllischen Sandstränden, die mir Urwald überzogenen und von Flüssen durchkreuzten Gebirgstäler oder das kristallblaue Meer, das gesprenkelt war mit kleinen, wilden Inseln. Neuseeland erschien mir wie ein Versprechen von unberührter und geheimnisvoller Wildnis, die nur darauf wartete von mir durchwandert zu werden.

Auckland begrüßte mich mit sommerlichen 25 Grad und nach meiner Einführungsveranstaltung (mit viiieeelen Informationen zum Arbeiten und Reisen in Neuseeland), war ich voller Tatendrang, so viel wie nur möglich in den nächsten Monaten zu erleben. Ich schlenderte durch die Stadt und den Hafen, bestieg Mount Eden, einen der vielen Vulkane in Auckland, und bewarb mich für eine bunt zusammengewürfelte Auswahl an Jobs.

Außerdem traf ich täglich eine schier unglaubliche Zahl an anderen Backpackern und wurde überhäuft mit Tipps und Tricks, Must-See‘s und absoluten No-go’s – die sich übrigens gerne mal gegenseitig widersprechen. Höchste Zeit das alles selber rauszufinden!!

Merry Christmas and a Happy Good Bye

Oh Gott ich weiß gar nicht was ich sagen soll, so lange habe ich das Blog schreiben jetzt schon aufgeschoben…
Erst war in Ghana der ganz normale (wenn auch etwas wärmere) Weihnachtsstress, dann die Feiertage und schon ging es los nach Hause, wo ich mich natürlich auch erst einmal vor der Kälte verkrochen habe und an alles gedacht habe außer diesen Blog. Und irgendwann war es dann so spät, dass ich gar nicht so wirklich wusste wie ich den Abschlussbericht über Ghana verfassen soll.

Aber mein nächstes Abenteuer steht vor der Tür und bevor es wieder losgeht mit Bildern und Berichten aus einem neuen Land, wollte ich die letzte Reise zu Ende bringen. Also kommt zuerst noch ein Artikel über unsere ganz besonderen Haustiere und

Heiligabend in Ghana war ein einmaliges, wenn auch nicht sehr feierliches Erlebnis, denn selbst wenn man Tannenbaum-Plätzchen backt und laut „In der Weihnachtsbäckerei“ grölt kommt bei 27 Grad, kurzem Sommerkleid und Palmenstrand eher wenig weihnachtliche Stimmung auf. Auch die Nikolausmützen konnten unserem Fotoshooting am Strand leider nicht wirklich zu winterlicher Stimmung verhelfen – gute Fotos sind es aber trotzdem geworden 😉

 

Obwohl es eine wundervolle Erfahrung war, Weihnachten am Strand und mit Freunden zu verbringen, freue ich mich dieses Jahr trotzdem auf kalte, eisige Weihnachten mit der Familie!

Die Feiertage verliefen relativ entspannt, ich begann zu packen und war hin und her gerissen zwischen der Vorfreude auf Zuhause und meine Familie, sowie dem Wissen, dass ich das Ghana so wie ich es kannte für immer verlassen würde. Ich genoss die letzten Tage mit den Freunden die ich dort gewonnen hatte, kaufte ein paar letzte Souvenirs und versuchte mich (übrigens erfolglos) auf das winterliche Deutschland vorzubereiten.

Ein bisschen brach es mir doch das Herz als ich ein letztes Mal den Weg von unseren Hütten zur Rezeption entlangging, einen letzten Blick auf den Strand warf, mich von Claus und den anderen Volunteers verabschiedete und in das Taxi stieg, um die mir inzwischen so bekannte Straße nach Takoradi zu fahren.
Alles erschien mir surreal, ich konnte gar nicht glauben, dass ich das, was mir in den letzten Monaten zu einem zweiten Zuhause geworden war, vielleicht nie wieder sehen würde.

Damit ihr auch einen kleinen Einblick in unser ghanaisches Zuhause erlangt, haben Pia und ich eine Foto-Tour durch das Resort erstellt:

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Nach einem letzten gemeinsamen Tag in Accra hieß es auch Abschied nehmen von Ria, Selina und Pia. Nach 11 Wochen, die wir zusammen gewohnt hatten, würde es bestimmt ein seltsames Gefühl werden, sie nicht mehr ständig um sich rum zu haben (war es auch). Ich hätte mir aber keine besseren Mit-Freiwilligen wünschen können, danke meine Lieben es war die schönste Zeit 😉

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Am 29. Dezember kam ich also mehr oder weniger heil wieder in Deutschland an, wo mich nicht nur eisiges Wetter erwartete, sondern auch eine erneute Umgewöhnung an Zuhause wie ich sie noch nie erlebt habe. Nach fast 7 Wochen versetzt mich der Anblick gefüllter Rossmann-Regale zwar nicht mehr in sprachloses Erstaunen, aber einige Dinge und Angewohnheiten werde ich wohl nie ganz abschütteln können. Ich kann wirklich nur jedem raten, einmal längere Zeit in einer so anderen und nicht so westlichen Kultur zu leben – es verändert die Sicht auf Dinge wie Geld, Besitz und die allgemeine Lebenseinstellung ungemein und lässt einen erst richtig wertschätzen, wie gut man es hat!!

Es bleibt mir nicht mehr viel zu sagen, außer dass ich eine unglaubliche Zeit in Ghana hatte, dankbar bin für alle, die dabei waren und die mir diese außergewöhnliche Erfahrung ermöglicht haben, und ich es kaum erwarten kann eines Tages zurückzukommen!!

 

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Tierstation Ankobra Beach

Langsam aber sicher könnte Claus sich wirklich eine Auffangstation für Wildtiere aufmachen – viel mehr Haustiere als jetzt schon würde er dadurch wohl auch nicht mehr bekommen, denn zusätzlich zu Lucy und seinen Katzen, die dank eines herumstreunenden Katers auch für regelmäßigen Nachschub an Katzenbabys sorgten , kamen in meinen letzten Wochen auch noch allerlei außergewöhnliche Mitbewohner dazu:

Angefangen hat alles mit Rudi dem Hausschwein (oder eher Hausferkel): am 13.12. kamen Luis und Stefan mit einem Ferkel im Arm an und erzählten uns, wie sie es in Esiama auf dem Markt „gerettet“ hatten. Bei der ersten Betrachtung des Ferkels, das bei jeder Annäherung panisch zu Schreien anfing, war ich nicht gerade optimistisch gestimmt, dass die Jungs der Aufgabe als Schweine-Väter gewachsen waren (unter anderem weil sie Rudi zuerst Angelina getauft hatten und ihnen erst nach einem Tag auffiel, dass Angelina wohl eher ein Angelo war). Aber sie schafften es tatsächlich einen kleinen Schweinestall aus Bambus in den „Volunteer-Garten“ zu bauen –  auch wenn der Auslauf sich leider noch etwas verzögert – und bis jetzt hat Rudi auch mehr oder weniger regelmäßig etwas zu essen bekommen. Sein anfängliches Trauma hat er glücklicherweise auch ziemlich schnell überwunden, er kommt auf Rufen begeistert grunzend angelaufen und genießt es, wenn man ihm am Bauch krault.
Schweine sind übrigens die perfekten Haustiere: Da sie nicht nur intelligenter als ein dreijähriges Kind sind, sondern auch noch lernbegeistert, kann man ihnen super Tricks beibringen. Außerdem sind sie neugierig, verspielt, sauber und natürlich unendlich niedlich. Eigentlich schade, dass so etwas als Schnitzel auf dem Teller landet, findet ihr nicht?

P.S. Wer das absolut göttlichste Video auf der Welt sehen möchte, nämlich wie ein kleines Ferkel frisst und sich den Bauch kraulen lässt, der darf gerne zu mir kommen – ich kann es gar nicht oft genug sehen!!

 

Die Geschichte des nächsten Patienten ist weniger hoffnungsvoll. Ein Mann kam ins Resort und versuchte Claus einen Uhu zu verkaufen. Zum Essen. Claus gab dem Mann Geld, schickte ihn weg (nicht ohne ihn vorher ein bisschen anzuschreien) und legte den Uhu in Porky’s alten Käfig (ein Stachelschwein, das seit ein paar Wochen spurlos verschwunden ist), in dem zu diesem Zeitpunkt nur eine nicht einzuordnende schwarz-gelbe Echse wohnte. All das habe ich aber erst abends erfahren und so dauerte es noch eine ganze Nacht bis ich den verletzten Vogel zum ersten Mal sah – und mich sofort in ihn verliebte.
Es sah jedoch gar nicht gut aus für den armen Fleckenuhu, den ich Morgengrau taufte, nach einem Bartkauz in der Buchreihe „Legende der Wächter“: er lag wie tot am Boden seines Käfigs, rührte sich nicht und trank auch kaum etwas von dem Wasser, das Claus und ich ihm abwechselnd per Spritze in den Schnabel gaben; sein Bauch und die Innenseite der Flügel hatte kahle Flecken und Verletzungen, die auch noch irgendwann von Ameisen befallen wurden.
Nach zwei Tagen beschloss ich, dass es so nicht weitergehen konnte und begann zu recherchieren. Es ist erstaunlich wenig Information zu Erster Hilfe bei Eulen im Internet zu finden, da einem immer wieder gesagt wird, man solle das Tier möglichst schnell an eine Auffangstation und professionelle Hilfe abgeben. Dann versuch mal so etwas in Ghana zu finden! Allein der nächste Tierarzt wohnt in Accra (also ungefähr sieben Autostunden entfernt), wir waren also auf uns allein gestellt. Claus und ich begannen damit, Morgengrau etwas zu waschen und die Wunden mit Bambus-Essig zu reinigen, was wenigstens die meisten Ameisen vertrieb. Er sah aber trotzdem immer schlechter aus und konnte nicht einmal mehr seinen Kopf eigenständig heben.
Als letzte Hoffnung rief ich die Deutsche Greifvogelhilfe e.V. an, mit der etwas seltsamen Frage, ob sie mir nicht sagen könnten wie ich am besten einen Uhu in Ghana gesund pflege (es stellte sich heraus, dass ich gar nicht der erst internationale Fall war, erst letztes Jahr haben sie per Emailverkehr einen Fleckenuhu in Namibia „versorgt“). Nachdem ich per Whatsapp ein paar Bilder geschickt und erzählt hatte, was ich bis jetzt schon alles versucht habe, gaben sie mir Anleitungen zum Fieber messen, Brustbein abtasten und Prüfen auf Rückentrauma. Das Fieber messen gestaltete sich als schwierig, da alles verklebt und verdreckt war und auch das In-den-Fuß-zwicken brachte die eigentlich schon erwartete Reaktion: nichts. Der Uhu war nämlich nicht irgendwie im Resort abgegeben worden, sondern wurde mit zusammengebundenen Füßen an den Flügeln getragen und herumgeschüttelt, was vermutlich eine Querschnittslähmung zur Folge hatte. Allein der Gedanke daran macht mich krank. Die Diagnose aus Deutschland lautete dann etwas niederschmetternd: Viel kann ich mit meinen begrenzten Mitteln sowieso nicht tun, es wäre gnädiger Morgengrau von seinen Qualen zu erlösen. Während ich noch im Office stand und mir dachte in was wohl alles passieren muss, damit ich hier stehe und per Whatsapp nachfrage, was denn die beste Tötungsmethode für einen querschnittsgelähmten Uhu ist, wurde mir die Ausführung eben dessen glücklicherweise erspart; Morgengrau hatte irgendwann einfach aufgehört zu atmen. Ich begrub ihn also, in einen Kissenbezug eingewickelt, in einem Feld hinter der Müllhalde des Resorts, räumte das Fieberthermometer und die Einmalhandschuhe weg und schon blieb keine Spur von dem faszinierenden Geschöpf, dass ich nicht retten konnte. Alles was mir bleibt ist die Erinnerung an ein außergewöhnliches Ereignis, eine wunderschön braun gefleckte Feder und unbändige Wut über die Grausamkeit der Menschen gegenüber Tieren.

 

Unser neuestes Findelkind war jedoch Timmi, ein kleines Eichhörnchen, das es nach mehrmaligen Versuchen immer noch nicht schaffte in seinem Nest über der Rezeption zurückzukommen. Selina nahm sich also der kleinen zunächst schüchternen Kreatur an, fütterte ihn mit der Flasche (später auch mit vorgekauten Erdnüssen – mmh lecker) und verbrachte jeden Tag ein bisschen Zeit mit ihm, damit er sich in seinem Käfig nicht langweilte. Gerne spielte ich Tante Theresa und verzieh Timmi sogar, dass er sein erstes eigenständiges Pinkeln auf mir erprobte… Aber wer kann einem so süßen kleinen Kerl schon böse sein?!